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Die Sibirische Katze - oder Sibirskaja Koschka,
wie sie in ihrer Heimat genannt wird.


Herkunft, Charakter und Pflege der Sibirischen Katze

 

Herkunft:

Nach den neuesten Erkenntnissen der US-Forscher lebte die Ur-Mutter aller Katzen im Nahen Osten. Diese afrikanische Wildkatze (Felis silvestris lybica) jagte, spielte und kämpfte auf den staubigen Feldern vom heutigen Irak bis Oberägypten. Laut den Forschungsstudien wurde die Urkatze schon vor mehr als 100.000 Jahren im Nahen Osten domestiziert und verbreitete sich von dort aus über die ganze Welt, wobei sich ihre Gene kaum verändert haben. Zu dieser Erkenntnis gelangen die Biologen bei durch die Erfassung und Auswertung der Gene von 1000 Katzen aus allen fünf Kontinenten. Dies verglichen sie mit dem Erbgut mumifizierter Ur-Katzen. Eine weitere Erkenntnis der Studie verblüffte sogar die Forscher. Das Katzen-Erbgut ist über Jahrtausende konstant und fast unverändert geblieben. Dies ist die Erklärung dafür, dass die Katzen auch nach mehreren tausend Jahren Haustierhaltung immer noch ihrem Urtrieb nach Jagen und ihrem Killerinstinkt folgt.

Demnach hat auch die Sibirische Katze ihren Ursprung im Nahen Osten und kam von dort über Ägypthen und den Mittleren Orient, die Türkei (Türkisch Angora) in die nördlichen Regionen der Erde. Sibirische Katzen entwickelten ein Haarkleid, welches sie vor Kälte und Nässe schützte. In Sibirien nennt man die Halblanghaarkatzen Sibirskaja Koschka oder eben Sibirische Katze. Weiter über Nordeuropa, wo sich die Norwegische Waldkatze entwickelte, gelangte die Sibirische Katze entweder mit den Wikingern oder über die Aleuten (bildeten früher eine Festlandverbindung zwischen Alaska und Sibirien) nach Nordamerika, wo sich die Maine Coon entwickelte. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich in den Verbreitungsgebieten ihr Aussehen. Maine Coon und Norwegische Waldkatzen werden schon seit vielen Jahren gezüchtet, während die Sibirische Katze erst nach Öffnung des Eisernen Vorhangs bekannt wurde. Erwähnung findet die Sibirische Katze 1895, wonach im Dresdner Zoo ein blau-graues Katzenpärchen gelebt hat. 1915 findet in Brehms Tierleben eine rote Tobolsker Katze Erwähnung, die von Mönchen gezüchtet worden sein soll. Ebenfalls ist dort eine Kaukasisch-Kumanische Katze erwähnt.


Durch die politische Lage in der ehemaligen UdSSR konnte sich die Sibirische Katze lange Zeit dem züchterischen Einfluß entziehen. In den alten Bundesländern ist die Rasse seit etwa 1987, in der ehemaligen DDR jedoch schon seit 1983 bekannt. Während dort die ersten Sibirischen Katzen von russischen Besatzungssoldaten und von aus der Sowjetunion zurückkehrenden DDR-Arbeitern mitgebracht wurden, so waren es im Westen vermutlich Aussiedler aus der Sowjetunion, die die Sibirische Katze bekannt machten. Aber auch über die Tschecheslowakei gelangten Sibirische Katzen in den Westen. Nach Öffnung der Grenzen wurden verstärkt Tiere direkt aus vielen Teilen Rußlands eingeführt. Die Sibirische Katze gehört zu den wenigen Rassen, die nicht künstlich gezüchtet wurde. Eine Verpaarung mit anderen Rassen ist daher strikt verboten.

Inzwischen erfreut sich die Rasse Sibirische Katze einer immer stärker werdenden Beliebtheit bei Züchtern und Liebhabern. Diese Beliebtheit verdanken die "Sibis", wie sie liebevoll von ihren Besitzern genannt werden, ihrer außergewöhnlichen Robustheit und Natürlichkeit, ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrem ausgesprochen liebevollen, dem Menschen zugewandten, Wesen. 


Im rauhen Sibirien, mit langen und kalten Wintertagen, wo nicht nur die Menschen zusammenrücken, suchte die Sibirische Katze die Nähe des Menschen. Dieses Verhalten hat sie auch in der warmen Wohnstube beibehalten. Diese ist ihr selbstverständlich lieber als das frostige Sibirien. Ein Individualist ist die Sibirische Katze allemal geblieben. Nicht sie ordnet sich dem Menschen unter, sondern dieser sich ihr.

Die Sibirische Katze läßt sich problemlos sowohl in der Wohnung wie auch im Freilauf halten. Als Wohnungskatze sollte sie, ihrem Temperament entsprechend, jedoch unbedingt einige Klettermöglichkeiten haben. Im Sommer trägt die Sibirische Katze nur spärliche Unterwolle, die im Winter dicht, aber fein in der Struktur, wird. Das Deckhaar ist länger als die Unterwolle und wasserabweisend. Ihr Fell neigt daher nicht so stark zum Verfilzen wie bei der Perserkatze und ist deshalb im Allgemeinen sehr pflegeleicht. Dem Fell ist lediglich in den Zeiten des Haarwechsels eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Reine Wohnungskatzen und solche mit Freilauf unterscheiden sich hierin nur wenig. Denn nicht die Temperatur, sondern die Länge des Tageslichtes bestimmt diesen Zyklus. Die Fütterung unterscheidet sich nicht von denen anderer Katzen. Freilaufkatzen werden stets selbst für einen Teil ihrer Nahrung sorgen, der leider nicht nur ausschließlich aus Mäusen bestehen wird. 

Charakter:

Wie alle Waldkatzen sind die Sibirischen Katzen hervorragende Familienkatzen, die sich gerne dem Leben im Haus anpassen, ohne dabei in Lethargie zu verfallen. Sibirische Katzen sind lebhaft, verspielt und sehr Menschen bezogen, ohne dabei gleich lästig und aufdringlich zu werden. Sie verfügen über eine sanfte, angenehme Stimme und plaudern auch gerne mit ihren Menschen. Kindern, Katzen und Hunden stehen sie in der Regel aufgeschlossen gegenüber. Kinder sollten jedoch lernen, in Katzen einen Spielgefährten zu sehen, aber kein Spielzeug! Sibirische Katzen leben gerne mit anderen Katzen zusammen und sollten deshalb nicht als Einzelkatze gehalten werden. Wenn man die Möglichkeit hat, ihnen ein Katzengehege oder einen gesicherten Balkon anzubieten, sind sie mit Freude dabei.

 


Fellpflege:

Die Sibirische Katze ist eine richtige Waldkatze und auch genauso pflegeleicht. Das bedeutet, dass ein tägliches Kämmen und Bürsten nicht unbedingt erforderlich ist. Da die Katzen aber diese zusätzlichen Schmuseeinheiten sehr genießen, wenn sie von klein auf liebevoll mit der angenehmen Wirkung von Kamm und Bürste vertraut gemacht wurden, gönnt man ihnen die Prozedur sicher auch, ohne die unbedingte Notwendigkeit. Lediglich während des Fellwechsels im Frühjahr ist etwas mehr Augenmerk auf die Fellpflege zu legen, denn anderenfalls verknotet das tote Haar und außerdem verschluckt die Katze sonst zu viele Haare beim Putzen. Haarballen wären die Folge. Obendrein ist lose Katzenwolle im Kämmwerkzeug besser aufgehoben, als gleichmäßig im ganzen Haus verteilt. Beim Kämmen des Schwanzes muss allerdings ganz besondere Vorsicht walten. Es dauert sehr lange bis die ausgekämmten Haare nachgewachsen sind. Drei Jahre sind keine Seltenheit und wer ruiniert schon gerne sein Vorzeigestück? In die Badewanne müssen die Sibirischen Katzen eigentlich nur, wenn sie wirklich so verschmutzt sind, dass sie selbst beim Sauberlecken ihres Fells keine Chance mehr haben.



Mit freundlicher Genehmigung:
Text: Ole-Peter Bona und auszugsweise HKC-Katzenpfötchen
Bilder: Gabriele Sperling / Sigrid Hofmann, Ronneburg / Hessen

 

WCF-Rassestandard
der Sibirischen Katze und Neva Masquerade



 

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